Über den Autor „Dirk Massing“

Geschichten beginnen nicht am Schreibtisch. Sie beginnen dort, wo Menschen leben.

Dirk Massing - Autor der Ruhrpott-Thriller-Reihe

Dirk Massing

Ich schreibe Thriller, die dort spielen, wo ich selbst zu Hause bin: im Ruhrgebiet. Eine Region voller Gegensätze – geprägt von Industrie und Strukturwandel, von rauen Fassaden und überraschend grünen Orten, vor allem aber von den Menschen, die hier leben. Diese Atmosphäre gehört für mich zu meinen Geschichten. Das Ruhrgebiet ist deshalb nicht einfach nur der Schauplatz meiner Romane. Es ist ein Teil von ihnen.

Mich interessieren Geschichten, bei denen die Frage nach dem Täter nicht zwangsläufig die spannendste ist. Was bringt Menschen dazu, Grenzen zu überschreiten? Wie viel Verantwortung trägt jemand, der selbst nichts getan, aber jahrelang weggesehen hat? Wann wird aus Schweigen Schuld? Und was geschieht, wenn persönliche Moral und das, was das Gesetz verlangt, nicht mehr selbstverständlich dasselbe sind?

Aus diesen Gedanken entstand „Das Schweigen der Schuldigen – Im Schatten des Ruhrgebiets“ und damit der Beginn einer Thriller-Reihe um Staatsanwalt Falk Richter. Psychologische Spannung und Ermittlungsarbeit verbinden sich darin mit gesellschaftlichen Fragen nach Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit. Dabei interessieren mich nicht nur Täter und Opfer.

Mich interessieren auch die Menschen dazwischen – diejenigen, die Entscheidungen treffen müssen, zweifeln, Fehler machen oder irgendwann feststellen, dass Wegsehen ebenfalls Konsequenzen haben kann. Beim Schreiben geht es mir deshalb nicht darum, meine Figuren möglichst schnell von einer spektakulären Wendung zur nächsten zu schicken. Sie dürfen Ecken und Widersprüche haben. Sie dürfen falsche Entscheidungen treffen, ihre Meinung ändern und mit den Folgen ihres Handelns leben müssen. Ich möchte, dass hinter einer Ermittlung Menschen sichtbar bleiben – mit ihren Geschichten, ihren Beweggründen und manchmal auch mit einer Schuld, die sich nicht einfach in schuldig oder unschuldig einteilen lässt.

Mit dem ersten Roman ist Falk Richters Geschichte für mich noch lange nicht beendet.

Der zweite Band trägt den Titel „Das Schweigen der Schuldigen – Zwischen Kohle, Staub und verlorener Stimme“. Wieder führt die Geschichte mitten ins Ruhrgebiet. Dieses Mal steht das Verschwinden eines zwölfjährigen Mädchens im Mittelpunkt. Was zunächst wie ein klassischer Vermisstenfall erscheint, führt zunehmend zu einer anderen Frage: Wie kann ein Kind verschwinden, obwohl es zuvor Menschen und Institutionen gab, die hätten sehen müssen, dass etwas nicht stimmt?

Das Schweigen der Schuldigen
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Auch dieser Roman soll deshalb mehr sein als die Suche nach einer Antwort auf die Frage, was geschehen ist. Schule, Jugendhilfe und andere Stellen geraten in den Blick – und damit erneut Menschen, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen oder vielleicht zu lange darauf vertrauen, dass jemand anderes handeln wird.

Weitere Geschichten um Falk Richter sollen folgen. Dabei wird jeder Band einen eigenen Fall erzählen und für sich lesbar bleiben. Verbunden werden die Romane durch Falk, durch das Ruhrgebiet und durch eine Frage, die in unterschiedlichen Formen immer wiederkehrt:

Was geschieht, wenn Menschen schweigen, obwohl sie längst hätten sprechen müssen?

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich Thriller faszinieren. Sie können spannend sein, ohne nur von Verbrechen zu erzählen. Sie können Fragen stellen, auf die es keine bequemen Antworten gibt.

Und genau dort beginnen für mich die Geschichten, die einen nicht mehr so schnell loslassen.

Dirk Massing